Synthetisches Cannabidiol — redaktionelles Titelbild von CBDWissen

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Synthetisches CBD: Was ist das und wo kommt es vor?

  • Synthetisches CBD ist im Labor hergestelltes Cannabidiol — chemisch identisch mit dem Molekül aus der Hanfpflanze.
  • Es hat nichts mit synthetischen Cannabinoiden wie Spice zu tun; das sind gefährliche Designerdrogen.
  • Für CBD als Lebensmittel liegt in der EU keine allgemeine Zulassung vor; die Bewertung läuft.

Veröffentlicht am 25. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2026

Synthetisches CBD ist Cannabidiol, das nicht aus der Hanfpflanze gewonnen, sondern im Labor hergestellt wird. Entscheidend ist: Das Molekül ist dasselbe. Diese Seite erklärt, was das bedeutet, wo synthetisches CBD vorkommt und warum es mit den gefährlichen „synthetischen Cannabinoiden“ nichts zu tun hat.

Der Begriff sorgt regelmäßig für Verwirrung. Zwei völlig verschiedene Dinge tragen fast denselben Namen — und genau diese Verwechslung kann riskant werden. Diese Seite trennt sie sauber, mit einer Drei-Begriffe-Abgrenzung: pflanzliches CBD, synthetisches CBD und die Designerdrogen. Sie erklärt auch, welche Rolle die Substanz in Forschung und Zulassungsverfahren spielt.

Alle Aussagen beruhen auf Behördeninformationen und Fachliteratur. Die Quellen stehen am Ende der Seite.

Was ist synthetisches CBD?

Synthetisches CBD ist Cannabidiol aus dem Labor: Die Substanz wird chemisch aufgebaut statt aus der Pflanze extrahiert. Das Ergebnis ist dasselbe Molekül — dieselbe chemische Struktur, dieselbe Summenformel C₂₁H₃₀O₂.

Chemisch betrachtet gibt es keinen Unterschied zwischen dem Molekül aus dem Labor und dem aus der Pflanze. In der Substanzdatenbank PubChem der US-amerikanischen National Library of Medicine ist Cannabidiol mit Strukturformel, Molekulargewicht und physikalischen Kennwerten registriert. Die synthetisch hergestellte Form führen Anbieter dort unter dem Namen „(-)-Cannabidiol (Synthetic)“.

Auch der Europäische Gerichtshof geht von dieser Gleichheit aus. In seinem Urteil von 2020 beschreibt er synthetisches CBD als Stoff, der dieselben Eigenschaften wie pflanzlich gewonnenes CBD hat und als Ersatz dafür dienen kann.

Für die internationale Drogenkontrolle spielt die Herkunft ebenfalls keine Rolle. Die Weltgesundheitsorganisation bewertete reines CBD im Jahr 2017 und sah weder Hinweise auf Missbrauch noch auf Schäden. Eine Kontrolle der Substanz hielt sie nicht für gerechtfertigt — unabhängig davon, ob sie aus der Pflanze oder aus dem Labor stammt.

Neu ist die Technik nicht. Die erste künstliche Herstellung von CBD gelang bereits 1965 im Labor von Raphael Mechoulam — nur zwei Jahre nach der Aufklärung der Molekülstruktur. Wie diese Entdeckungsgeschichte verlief, zeigt die Seite Geschichte von CBD — von der Entdeckung bis heute.

Wo kommt synthetisches CBD vor?

Synthetisches CBD kommt vor allem in der Forschung vor. Labore auf der ganzen Welt stellen die Substanz künstlich her, wenn sie eine definierte Reinheit brauchen — ohne Begleitstoffe der Pflanze, die Versuchsergebnisse verändern könnten.

Diese Reinheit ist der große Vorteil der Synthese. Ein Pflanzenextrakt schwankt je nach Sorte, Ernte und Aufbereitung in seiner Zusammensetzung. Ein synthetischer Wirkstoff lässt sich dagegen chargenweise auf denselben Gehalt prüfen — eine Voraussetzung für vergleichbare Studien.

Daneben spielt synthetisch erzeugtes CBD eine Rolle bei Zulassungsverfahren. In der EU prüfen Behörden Anträge, nach denen hochreines CBD als Zutat in Nahrungsergänzungsmitteln zugelassen werden soll. Die EFSA bewertet jeden Antrag einzeln, anhand der Daten des jeweiligen Herstellers.

Jeder Hersteller muss mit eigenen Daten nachweisen, dass sein Herstellungsverfahren ein sicheres Produkt ergibt. Eine allgemeine Freigabe für alle CBD-Produkte ergibt sich daraus nicht.

Nicht verwechseln sollten Sie synthetisches CBD mit synthetischen Cannabinoid-Arzneimitteln. Nabilon und Dronabinol sind künstlich hergestellte Wirkstoffe aus der THC-Familie, keine CBD-Präparate. Nabilon ist nach Auskunft des BfArM ein vollsynthetisches Cannabinoid und unterliegt weiterhin dem Betäubungsmittelgesetz — es darf nur auf einem Betäubungsmittelrezept verordnet werden. Die Zulassung dieser Arzneimittel ist nicht gleichzusetzen mit einer Freigabe frei verkäuflicher Produkte.

Was all diese Substanzen als Gruppe verbindet, erklärt der Überblick Was sind Cannabinoide — die Wirkstoffe der Hanfpflanze. Er ordnet pflanzliche, körpereigene und synthetische Vertreter nebeneinander ein.

Worin unterscheidet sich synthetisches von pflanzlichem CBD?

Der Unterschied liegt in der Herstellung, nicht im Molekül. Pflanzliches CBD wird aus Hanfblüten und -blättern extrahiert; synthetisches CBD wird aus einzelnen Ausgangsstoffen chemisch aufgebaut. Am Ende steht bei beiden Wegen Cannabidiol.

Die praktischen Unterschiede stecken in den Details.

MerkmalPflanzliches CBDSynthetisches CBD
HerkunftExtrakt aus der HanfpflanzeChemische Synthese im Labor
MolekülCannabidiol (C₂₁H₃₀O₂)Cannabidiol (C₂₁H₃₀O₂) — identisch
BegleitstoffeWeitere Pflanzenstoffe je nach ExtrakttypKeine — nur der Einzelstoff
ReinheitAbhängig von Extraktion und AufbereitungAuf hohe Reinheit herstellbar
Typische RolleFrei verkäufliche ProdukteForschung, Zulassungsverfahren

Die Begleitstoffe sind der entscheidende Punkt. Ein Pflanzenextrakt enthält neben CBD weitere Cannabinoide und Aromastoffe; das Laborprodukt enthält nur den Einzelstoff. Ob die Begleitstoffe der Pflanze einen eigenen Beitrag leisten, untersucht die Forschung als Entourage-Hypothese — bewiesen ist diese Vermutung nicht.

Für die Wirkung im Körper ist die Herkunft des Moleküls dagegen ohne Belang. Rezeptoren und Enzyme unterscheiden nicht zwischen „natürlich“ und „synthetisch“ — sie erkennen nur die chemische Struktur. Was im Körper ankommt, hängt von Reinheit, Menge und Begleitstoffen ab, nicht vom Herstellungsweg.

Was der Unterschied für ein konkretes Produkt bedeutet, hängt vom Etikett ab. Die Grundbegriffe dazu erklärt der Artikel Was ist CBD — Definition, Herkunft und Einordnung.

Infografik: Worin unterscheidet sich synthetisches von pflanzlichem CBD? — Pflanzlich und synthetisch

Das Risiko der Verwechslung

Die Verwechslung ist riskant, weil „synthetische Cannabinoide“ etwas völlig anderes sind als synthetisches CBD: Designerdrogen, die die Wirkung von THC nachahmen. Die bekannteste dieser Modedrogen trug den Namen „Spice“.

Diese Stoffe stammen ursprünglich aus der Pharmaforschung. Viele wurden nur für Laborversuche entwickelt und nie am Menschen geprüft. Auf dem Drogenmarkt werden sie auf Pflanzenmaterial gesprüht und als vermeintliche Kräutermischungen verkauft. Nach Angaben der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen binden sie an dieselben Rezeptoren wie THC — wirken aber viel stärker und unberechenbarer.

Bekannt wurde das Phänomen 2008, als die Mischung „Spice“ als getarntes Räucherwerk auftauchte. Die Produkte waren zunächst legal erhältlich, billig und mit den damals üblichen Drogentests nicht nachweisbar. Innerhalb kurzer Zeit folgten Dutzende Nachahmer unter Fantasienamen.

Die Folgen sind dokumentiert: ungleiche Wirkstoffverteilung in den Mischungen, unkalkulierbare Dosierung, Vergiftungen bis hin zu Todesfällen. Hinzu kommt die irreführende Kennzeichnung — was auf der Packung steht, stimmt oft nicht mit dem Inhalt überein.

Der Gesetzgeber reagierte stufenweise. 2009 stufte Deutschland die ersten synthetischen Cannabinoide als Betäubungsmittel ein, darunter Wirkstoffe aus „Spice“. Doch die Hersteller wichen mit leicht veränderten Molekülen aus. Seit 2016 erfasst das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz deshalb ganze Stoffgruppen auf einmal.

Auch heute bleibt die Entwicklung in Bewegung. Das BfArM nimmt regelmäßig weitere synthetische Cannabinoide in die Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes auf. Aus demselben Chemielabor-Umfeld stammen übrigens auch die Werkzeuge, mit denen die Forschung die Cannabinoid-Rezeptoren überhaupt erst fand — der Unterschied liegt im Zweck, nicht im Prinzip der Synthese.

Achtung: Synthetisches CBD sind keine Designerdrogen

Der Namen täuscht. Synthetisches CBD ist exakt das Molekül, das auch in der Hanfpflanze steckt — nicht psychoaktiv, von der WHO ohne festgestelltes Missbrauchspotenzial bewertet. Synthetische Cannabinoide sind dagegen eine Gruppe künstlicher Rauschstoffe mit eigener, erheblicher Gefährdung.

Wer Angebote prüft, sollte auf klare Bezeichnungen achten. Seriöse Anbieter benennen den Inhaltsstoff eindeutig. Produkte mit Fantasienamen, ohne Deklaration oder mit dem Hinweis „nicht zum Verzehr bestimmt“ sind ein Warnsignal — unabhängig davon, was auf der Packung steht.

Die Abgrenzung hat auch eine praktische Seite. Wer gezielt nach Informationen sucht, findet zu „synthetisches CBD“ die hier beschriebene Substanz — und zu „synthetische Cannabinoide“ Warnungen der Suchthilfe und der Behörden. Beide Begriffe bewusst zu trennen, schützt vor falschen Schlüssen in beide Richtungen: weder ist Labor-CBD eine Designerdroge, noch eine Designerdroge ein Hanfprodukt.

Rechtliche Einordnung der drei Begriffe

Rechtlich fallen die drei Begriffe in drei verschiedene Welten. Diese Trennung ist der Schlüssel zum Verständnis — und die Antwort auf die meisten Fragen rund um dieses Thema.

  • CBD als Substanz: Von der WHO 2017 bewertet, ohne festgestelltes Missbrauchs- oder Schadenspotenzial — unabhängig von der Herkunft.
  • CBD als Lebensmittel: Gilt in der EU als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) ohne allgemeine Zulassung; die Bewertung einzelner Anträge läuft.
  • Synthetische Cannabinoide: Als Betäubungsmittel oder neue psychoaktive Stoffe verboten; Herstellung und Handel sind strafbar.

Für die Praxis heißt das: Die Substanz CBD ist beschrieben und bewertet — die Produkte um sie herum sind es nicht automatisch. Wer ein Lebensmittel mit CBD auf den Markt bringen will, braucht dafür eine eigene Zulassung. Eine solche liegt bislang für kein CBD-Produkt vor.

Zum aktuellen Stand der Lebensmittelbewertung: Die EFSA hat Anfang 2026 einen vorläufigen sicheren Tageswert für hochreines CBD in Nahrungsergänzungsmitteln genannt — 0,0275 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht. Für einen Erwachsenen von 70 Kilogramm entspricht das etwa 2 Milligramm pro Tag.

Der Wert gilt unter engen Bedingungen. Er bezieht sich nur auf Nahrungsergänzungsmittel mit einem CBD-Reinheitsgrad von mindestens 98 Prozent, ohne Nanopartikel und mit einem als sicher bewerteten Herstellungsverfahren. Zugleich bestätigte die EFSA weiterhin Datenlücken, etwa zur Wirkung auf Leber, Hormonsystem und Nervensystem.

Für einige Gruppen kann die Behörde die Sicherheit grundsätzlich nicht beurteilen. Das gilt für Menschen unter 25 Jahren, für Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei der Einnahme von Medikamenten. Die Antragsteller sind nun selbst dafür verantwortlich, die fehlenden Daten nachzuliefern.

Alle Angaben beschreiben den Stand bei der letzten Prüfung dieser Seite. Zulassungen und Bewertungen können sich ändern; verbindlich ist immer die aktuelle Entscheidung der Behörden.

Was das für Sie bedeutet

Für die Einordnung im Alltag genügen vier Gedanken. Erstens: „Synthetisch“ ist bei CBD eine Herstellungsangabe, kein Urteil. Das Molekül ist dasselbe; weder ein automatischer Vorteil noch ein automatischer Nachteil folgt daraus.

Zweitens: Bei jedem CBD-Produkt zählt die Dokumentation. Ein aktuelles Analysezertifikat eines unabhängigen Labors sagt mehr über Inhalt und Reinheit als jede Herkunftsangabe auf der Vorderseite der Packung.

Drittens: Einige Gruppen sollten grundsätzlich vorher medizinischen Rat einholen. Dazu gehören Schwangere und Stillende, Kinder und Jugendliche sowie alle, die regelmäßig Medikamente einnehmen — hier sind Wechselwirkungen nicht ausgeschlossen. Die richtige Anlaufstelle ist die Ärztin, der Arzt oder die Apotheke.

Viertens: Lassen Sie sich vom Wort „Labor“ nicht irritieren. Arzneimittel, Vitamine und viele Lebensmittelzutaten werden heute synthetisch hergestellt — das allein sagt nichts über ihre Sicherheit aus. Entscheidend ist, ob ein Stoff geprüft, deklariert und dokumentiert ist.

Diese Website ordnet Begriffe ein, sie berät nicht zum Kauf. Die Themenseite CBD-Grundlagen im Überblick bündelt die wichtigsten Artikel; kurze Definitionen stehen im Glossar, etwa der Eintrag zu Cannabidiol. Alle Themengebiete erreichen Sie über die Startseite von CBDWissen.

Die Drei-Begriffe-Abgrenzung noch einmal auf einen Blick.

BegriffWas ist gemeint?Einordnung
Pflanzliches CBDExtrakt aus der Hanfpflanze, mit BegleitstoffenNicht psychoaktiv; als Lebensmittel EU-weit ohne allgemeine Zulassung
Synthetisches CBDIm Labor hergestelltes, identisches CBD-MolekülNicht psychoaktiv; Rolle in Forschung und Zulassungsverfahren
Synthetische CannabinoideDesignerdrogen, die THC nachahmenVerboten; starke, unberechenbare Wirkung mit erheblichen Risiken

Wer diese drei Begriffe unterscheidet, ist vor der häufigsten Verwechslung rund um CBD geschützt. Pflanzliches und synthetisches CBD sind dasselbe Molekül auf zwei Herstellungswegen. Synthetische Cannabinoide dagegen sind etwas völlig anderes: verbotene Rauschstoffe mit unberechenbarer Wirkung.

Häufige Fragen

Quellen

  1. 1.Cannabidiol — Compound Summary (CID 644019)(öffnet in neuem Tab)PubChem (National Library of Medicine, NIH)
    B · Peer-reviewte StudieAbruf: 25. Juli 2026
  2. 2.Cannabinoid pharmacology: the first 66 years(öffnet in neuem Tab)British Journal of Pharmacology (via PubMed Central)
    B · Peer-reviewte StudieAbruf: 25. Juli 2026
  3. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  4. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  5. 5.Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz (NpSG)(öffnet in neuem Tab)Gesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz)
    A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
Alle 10 Quellen anzeigen
  1. 6.Neue psychoaktive Substanzen — Basisinformationen(öffnet in neuem Tab)Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS)
    C · FachinstitutAbruf: 25. Juli 2026
  2. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 25. Juli 2026
  3. 8.Provisional safe level for cannabidiol as a novel food(öffnet in neuem Tab)Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
    C · FachinstitutAbruf: 25. Juli 2026
  4. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  5. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026

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