Geschichte von Cannabidiol (CBD) — redaktionelles Titelbild von CBDWissen

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Geschichte von CBD: Von der Entdeckung 1940 bis heute

  • CBD wurde 1940 erstmals aus der Hanfpflanze isoliert; seine Struktur beschrieben Forscher 1963.
  • Jahrzehnte stand CBD im Schatten von THC, weil die Substanz nicht berauscht.
  • Gutachten der Weltgesundheitsorganisation, Arzneimittelzulassung und Gerichtsurteil veränderten die Einordnung seit 2017 grundlegend.

Veröffentlicht am 25. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 25. Juli 2026

Die Geschichte von CBD beginnt überraschend spät: Erst 1940 wurde die Substanz aus der Hanfpflanze isoliert. Diese Seite zeichnet ihren Weg nach — von der Kulturpflanze der Antike über die Entdeckung im Labor bis zu den behördlichen Entscheidungen der letzten Jahre.

Die Hanfpflanze selbst begleitet den Menschen seit Jahrtausenden. Ihre einzelnen Inhaltsstoffe kennt die Wissenschaft dagegen erst seit rund 80 Jahren. Genau diese Spanne macht die Geschichte von CBD so aufschlussreich.

Alle Angaben beruhen auf Fachliteratur und Behördendokumenten. Die Quellen stehen am Ende der Seite; jede Station der Zeitleiste ist datiert.

Was ist die Geschichte von CBD in Kürze?

Die Geschichte von CBD beginnt 1940 mit der ersten Isolierung der Substanz. Ihre chemische Struktur beschrieben Forscher 1963. Jahrzehntelang blieb CBD ein Randthema, weil es nicht berauscht. Erst seit 2017 veränderten internationale Bewertungen und Gesetze seine Einordnung grundlegend.

Vier Stationen prägen diese Entwicklung.

  • 1940: Roger Adams und Kollegen isolieren CBD aus der Cannabispflanze.
  • 1963: Das Labor von Raphael Mechoulam klärt die chemische Struktur auf.
  • 2017: Die Weltgesundheitsorganisation sieht bei reinem CBD kein Missbrauchs- oder Schadenspotenzial.
  • 2019 bis 2024: Arzneimittelzulassung, EuGH-Urteil und neue Gesetze ordnen die Substanz neu ein.

Diese Stationen bilden das Gerüst dieser Seite. Wer zuerst die Substanz selbst verstehen will, findet ihre Grunddefinition im Artikel Was ist CBD?. Dort steht auch, wie CBD im Körper wirkt und wie es rechtlich heute einzuordnen ist.

Woher kommt die Hanfpflanze, aus der CBD stammt?

Die Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gehört zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Paläobotanische Studien belegen ihre Anwesenheit in Zentralasien vor rund 12.000 Jahren. Sie lieferte Fasern für Seile und Textilien, Samen als Nahrung und Öl.

Die Verbindung von Mensch und Hanf war so eng, dass die Samen mit den Wanderungen früher Völker mitreisten. In fast allen Sprachen Eurasiens ähneln sich die Wörter für die Pflanze — ein Hinweis auf ihre gemeinsame, weit zurückreichende Verbreitung.

Auch als Heilpflanze taucht Hanf früh auf. Der ägyptische Ebers-Papyrus aus der Zeit um 1500 vor Christus beschreibt die äußere Anwendung von Cannabis. Der griechische Geschichtsschreiber Herodot berichtet von den Skythen, die Hanfsamen auf heiße Steine warfen. Im Römischen Reich erwähnten Plinius, Dioskurides und Galen die Pflanze in ihren Schriften.

Erst ab etwa 1840 hielt Cannabis als Arzneimittel Einzug in die europäische Medizin. Der irische Arzt William Brooke O'Shaughnessy beschrieb 1839 seine Beobachtungen aus Kalkutta. Daraufhin kamen Cannabistinkturen in der westlichen Medizin in Gebrauch. Der britische Arzt John Russell Reynolds fasste 1890 im Fachblatt The Lancet mehr als dreißig Jahre Erfahrung damit zusammen.

Das Problem dieser Tinkturen: Niemand kannte den wirksamen Bestandteil. Die Zusammensetzung schwankte von Ernte zu Ernte, die Wirkung war kaum vorhersehbar. Mit der Entdeckung moderner Arzneimittel wie dem Aspirin verlor Cannabis an Bedeutung. In den USA beendete der Marihuana Tax Act von 1937 die Ära der Cannabistinkturen weitgehend.

Wann wurde CBD entdeckt?

CBD wurde im Jahr 1940 entdeckt — als eine von mehreren Substanzen, die Forscher damals aus der Cannabispflanze gewannen. Roger Adams und seine Kollegen in den USA isolierten die Verbindung erstmals. Cannabinol (CBN) war schon Ende der 1890er-Jahre isoliert worden; THC folgte 1942.

Die genaue Struktur von CBD blieb zunächst unbekannt. Erst 1963 beschrieb das Labor von Raphael Mechoulam in Jerusalem den Aufbau des Moleküls. Ein Jahr später klärte dasselbe Team die Struktur von THC auf. 1965 gelang die erste künstliche Herstellung beider Substanzen im Labor.

In den folgenden Jahren nahm die Forschung zu — allerdings vor allem zu THC. Wissenschaftler wollten verstehen, welcher Bestandteil der Pflanze den Rausch erzeugt. CBD zeigte in Tierversuchen keine cannabis-typischen Wirkungen. Weil die Substanz nicht berauscht, galt sie als pharmakologisch uninteressant.

Übersichtsarbeiten beschreiben diese Phase als Jahrzehnte, in denen CBD vom bekannteren THC verdeckt wurde. Erste Hinweise auf ein eigenes Wirkprofil blieben Einzelbeobachtungen. Ohne Kenntnis der Angriffspunkte im Körper fehlte der Forschung der rote Faden.

Die künstliche Herstellung von 1965 blieb dennoch bedeutsam. Sie ist die chemische Grundlage für synthetisch produziertes CBD, wie es heute für Forschung und einzelne Anwendungen hergestellt wird. Was synthetisches CBD genau ist und wo es vorkommt, erklärt die Seite Synthetisches CBD — was ist das und wo kommt es vor.

Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems

Das Endocannabinoid-System wurde erst rund 50 Jahre nach der Isolierung von CBD entdeckt. 1988 wiesen Forscher erste Bindungsstellen für Cannabinoide im Gehirn nach. 1990 entschlüsselten Wissenschaftler den Rezeptor CB1, 1993 folgte der Rezeptor CB2.

1992 isolierten Mechoulam und seine Kollegen den ersten körpereigenen Botenstoff dieses Systems: Anandamid. Der Name leitet sich vom Sanskrit-Wort für Glückseligkeit ab. Damit stand fest, dass der menschliche Körper ein eigenes Signalsystem besitzt. Pflanzliche Cannabinoide wirken auf dasselbe System ein.

Später kam ein zweiter körpereigener Botenstoff hinzu, genannt 2-AG. Heute gilt das System als eines der wichtigsten Signalsysteme des Körpers. Es spielt bei Gefühlen und Denkprozessen mit — und bei vielen weiteren Vorgängen. Damit war auch verstanden, warum pflanzliche Cannabinoide im Körper überhaupt wirken können.

Diese Entdeckung war der Wendepunkt für die CBD-Forschung. Wissenschaftler begannen zu verstehen, dass CBD das System anders beeinflusst als THC — indirekter und ohne Rauschwirkung. Was die Forschung seitdem über das Endocannabinoid-System herausgefunden hat, fasst die Seite Endocannabinoid-System zusammen.

Die Rechtslage im Wandel der Zeit

Die Rechtsgeschichte von CBD ist eine Geschichte der zunehmenden Differenzierung. Lange behandelten Gesetze die gesamte Pflanze als Einheit. Erst spät begannen Behörden und Gerichte, die einzelnen Substanzen zu trennen.

Vier Stationen zeigen diese Entwicklung.

  • 1961: Das Einheitsübereinkommen der Vereinten Nationen stuft Cannabis in die strengste Kontrollkategorie ein.
  • März 2017: Deutschland erweitert die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln; das BfArM richtet eine Cannabisagentur ein.
  • November 2020: Der Europäische Gerichtshof entscheidet, dass CBD kein Suchtstoff im Sinne der UN-Übereinkommen ist.
  • April 2024: Das Cannabisgesetz streicht Cannabis aus den Anlagen des Betäubungsmittelgesetzes; das Medizinal-Cannabisgesetz bündelt seither die Regeln für Cannabis als Medizin.

Wichtig für die Einordnung: Reines CBD ist international nie als eigene Substanz kontrolliert worden — nur als Bestandteil von Cannabisextrakten. Das stellt auch die Weltgesundheitsorganisation in ihrer Bewertung fest.

Zwischen den Stationen liegen jeweils eigene Debatten. Das Urteil von 2020 zwang die Mitgliedstaaten, ihre Praxis zu überdenken. Das Gesetz von 2024 verlagerte den Umgang mit Nutzhanf in den Zuständigkeitsbereich des Landwirtschaftsministeriums. Seit April 2024 können Cannabisarzneimittel auch auf einem normalen Rezept verordnet werden.

Achtung: CBD-Geschichte ist nicht Cannabis-Geschichte

Wer von der „Cannabis-Legalisierung“ liest, meint fast immer THC-reiches Cannabis. CBD folgt einem eigenen Weg. Die Substanz war nie Ziel der Rauschmittel-Kontrolle, wurde aber über die Pflanze jahrzehntelang mitreguliert. Erst seit wenigen Jahren trennen Gesetze und Gerichte die beiden konsequent.

Ähnlich verhält es sich mit Nutzhanf und Rausch-Cannabis: Beide sind dieselbe Pflanzenart, unterscheiden sich aber in Züchtung und THC-Gehalt. Welche Rolle Nutzhanf für CBD-Produkte spielt, beschreibt die Seite Was ist Nutzhanf — Anbau, Sorten und rechtliche Rolle.

Wann wurde CBD ein Arzneimittel?

Zum Arzneimittel wurde CBD in der EU im September 2019. Damals erteilte die Europäische Arzneimittel-Agentur dem Präparat Epidyolex eine EU-weite Zulassung. Es wird als Zusatztherapie bei bestimmten schweren Epilepsieformen verordnet, die im Kindesalter beginnen.

Schon zuvor hatte es einen ersten Arzneimittel-Schritt gegeben: In Kanada wurde ein Mundspray zugelassen, der THC und CBD in festem Verhältnis enthält. Er dient der Begleitbehandlung bei Multipler Sklerose. Diese Präparate zeigten erstmals, dass Cannabinoide die Hürden eines modernen Zulassungsverfahrens nehmen können.

Das Präparat Epidyolex ist nicht gleichzusetzen mit frei verkäuflichen CBD-Produkten. Es ist verschreibungspflichtig, standardisiert hergestellt und in Zulassungsstudien geprüft. Diese Studienergebnisse lassen sich nicht auf Öle und Kapseln aus dem Handel übertragen.

Bereits 2017 hatte die Weltgesundheitsorganisation reines CBD bewertet. Ihr Expertengremium sah weder Hinweise auf Missbrauch noch auf Schäden durch die Substanz. Eine internationale Drogenkontrolle hielt es nicht für gerechtfertigt. Ein Jahr später folgten vertiefte Prüfungen zu Cannabis und verwandten Stoffen.

Parallel wuchs ein Markt frei verkäuflicher Produkte. Aus der Nischensubstanz wurde ein Massenthema — mit Werbeversprechen, die oft weiter gingen als die Forschung. Diese Spannung zwischen wissenschaftlichem Befund und Marktdruck prägt die Geschichte von CBD bis heute.

Die wichtigsten Stationen im Überblick

Die Geschichte von CBD lässt sich in neun datierten Stationen zusammenfassen. Jede Station ist mit den Quellen am Ende dieser Seite belegt.

JahrEreignisBedeutung
um 1839O'Shaughnessy beschreibt Cannabis als ArzneiHanf hält Einzug in die europäische Medizin
1940Adams und Kollegen isolieren CBDErste Beschreibung der Substanz
1963Mechoulams Labor klärt die Struktur von CBDChemische Grundlage der Forschung
1965Erste künstliche Herstellung von CBDSynthese wird möglich
1988–1993Rezeptoren CB1 und CB2, Anandamid entdecktEndocannabinoid-System beschrieben
2017WHO bewertet reines CBDKein Missbrauchs- oder Schadenspotenzial festgestellt
2019EU-Zulassung von EpidyolexCBD wird Arzneimittel
2020EuGH-Urteil C-663/18CBD ist kein Suchtstoff
2024Cannabisgesetz in DeutschlandNeue Trennung von Nutzhanf, Medizin und Konsum

Die Tabelle zeigt auch die langen Lücken: Zwischen Entdeckung und Aufmerksamkeit liegen fast 70 Jahre. Diese Lücke erklärt, warum viele Mythen rund um die Substanz entstehen konnten.

Das Drei-Linien-Bild bündelt alle Stationen: die chemische Erforschung, die Entdeckung des körpereigenen Signalsystems und die rechtliche Differenzierung. Jede Linie verlief in ihrem eigenen Tempo. Zusammen erklären sie, warum CBD heute gleichzeitig Arzneimittel, Lebensmittel-Thema und öffentliche Debatte ist.

Infografik: Die wichtigsten Stationen im Überblick — Stationen

Was diese Geschichte für Sie heute bedeutet

Die Geschichte von CBD erklärt die Gegenwart. Viele Irrtümer entstehen, weil die Substanz jahrzehntelang unsichtbar war — zuerst hinter der Pflanze, dann hinter THC, dann hinter Werbeversprechen. Wer die Stationen kennt, kann Behauptungen besser einordnen.

Zwei Beispiele zeigen das.

  • Die Rede von einem „Jahrtausende alten Naturheilmittel“ bezieht sich auf die Pflanze, nicht auf CBD. Die isolierte Substanz kennt die Wissenschaft erst seit 1940.
  • Die Behauptung „CBD ist neu und unerforscht“ stimmt ebenfalls nicht. Die Substanz wird seit 80 Jahren untersucht und ist seit 2019 als Arzneimittel zugelassen.

Diese Website ordnet solche Behauptungen ein. Die Themenseite CBD-Grundlagen im Überblick fasst die wichtigsten Begriffe zusammen; kurze Definitionen stehen im Glossar, etwa der Eintrag zu Cannabidiol.

Alle Themen dieser Website finden Sie auch gebündelt auf der Startseite von CBDWissen. Sie führt zu den Themengebieten Wirkung, Sicherheit, Anwendung und Recht. Wie die Redaktion Quellen auswählt und prüft, beschreibt sie dort ebenfalls.

Das Drei-Linien-Bild zeigt: Die echte Geschichte von CBD ist nüchterner als viele Geschichten aus der Werbung. Gerade das macht sie verlässlich: Jede Station auf dieser Seite ist datiert und mit einer geprüften Quelle belegt.

Häufige Fragen

Quellen

  1. 1.Cannabinoid pharmacology: the first 66 years(öffnet in neuem Tab)British Journal of Pharmacology (via PubMed Central)
    B · Peer-reviewte StudieAbruf: 25. Juli 2026
  2. 2.History of cannabis and the endocannabinoid system(öffnet in neuem Tab)Dialogues in Clinical Neuroscience (via PubMed Central)
    B · Peer-reviewte StudieAbruf: 25. Juli 2026
  3. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  4. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  5. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
Alle 9 Quellen anzeigen
  1. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  2. 7.Konsumcannabisgesetz (KCanG)(öffnet in neuem Tab)Gesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz)
    A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  3. 8.Medizinal-Cannabisgesetz (MedCanG)(öffnet in neuem Tab)Gesetze im Internet (Bundesministerium der Justiz)
    A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026
  4. A · Behörde / RechtAbruf: 25. Juli 2026

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