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CBD-Paste: Unterschied zu Öl und Kristallen erklärt

  • CBD-Paste ist ein konzentrierter, meist nicht weiter verdünnter Hanfextrakt — dickflüssig und dunkel.
  • Öl ist Extrakt in Trägeröl, Kristalle sind reines Isolat: der Form-Check zeigt die Unterschiede.
  • Für die Aufnahme von Paste gibt es keine eigenen Studien; bekannt ist die Datenlage zu oralen Formen.

Veröffentlicht am 26. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026

CBD-Paste ist ein konzentrierter Extrakt aus der Hanfpflanze — dickflüssig, dunkel und meist reicher an CBD als ein Öl. Diese Seite erklärt, was die Paste von CBD-Öl und CBD-Kristallen unterscheidet, was auf dem Etikett steht und was die Forschung über die Aufnahme weiß.

Sie richtet sich an alle, die im Handel auf diese Form stoßen. Einen Kauf- oder Mengenrat gibt es hier nicht; dafür fehlt die wissenschaftliche Grundlage. Was es stattdessen gibt: den Form-Check — drei Fragen, mit denen sich jede Darreichungsform nüchtern einordnen lässt.

Alle Aussagen beruhen auf Behördeninformationen und begutachteten Studien. Die Quellen stehen am Ende der Seite; das Prüfdatum finden Sie direkt darüber.

Was ist CBD-Paste?

CBD-Paste ist ein Extrakt aus den Blüten und Blättern der Hanfpflanze in konzentrierter Form. Sie entsteht, wenn das gewonnene Extrakt nicht oder nur wenig mit einem Trägeröl verdünnt wird. Das Ergebnis ist zäh, dunkelgrün bis braun und wird meist in einer Dosierspritze oder einem Spender verkauft.

Im Regal steht die Paste neben Ölen und Kristallen. Alle drei Formen liefern denselben Wirkstoff: Cannabidiol, kurz CBD. Sie unterscheiden sich in Gehalt, Zusammensetzung und Handhabung — nicht in der Substanz selbst.

Achtung: CBD-Paste ist nicht dasselbe wie CBD-Öl. Das Öl ist der verdünnte Extrakt in einem Trägeröl; die Paste ist der konzentriertere Ausgangsstoff. Wer die beiden verwechselt, vergleicht Mengen und Preise auf einer falschen Grundlage.

In der Handhabung gilt die Paste als eher eigenwillig. Sie schmeckt intensiv nach Hanf, lässt sich portionenweise aus der Spritze drücken und wird meist unter die Zunge oder auf einen Löffel gegeben. Anbieter bewerben sie gern als „besonders stark“ — gemeint ist damit nur der hohe Anteil pro Gramm, nicht eine besondere Wirkung.

Die Begriffe im Handel sind nicht einheitlich. Manche Anbieter nennen das Produkt Konzentrat oder Extrakt, andere sprechen von „roher“ Paste, wenn sie nicht erhitzt wurde. Solche Roh-Varianten enthalten einen größeren Anteil der sauren Vorform CBDA. Auf dem Etikett steht das Verhältnis meist als CBD- und CBDA-Angabe nebeneinander.

Herstellung und Zusammensetzung

Die Herstellung beginnt mit der Extraktion, meist mit überkritischem Kohlendioxid oder Alkohol. Dabei lösen sich die Inhaltsstoffe aus dem Pflanzenmaterial. Anschließend wird das Extrakt häufig erhitzt — erst durch diesen Schritt entsteht aus der sauren Vorform CBDA das CBD.

Manche Hersteller reinigen das Extrakt weiter. Bei der sogenannten Winterisierung werden Wachse und Fette herausgefiltert; das Ergebnis wird geschmeidiger und milder im Geschmack. Andere Pasten bleiben bewusst unbehandelt und enthalten die Pflanzenbestandteile vollständig.

Viele Pasten sind Vollspektrum-Extrakte. Das bedeutet: Sie enthalten neben CBD weitere Cannabinoide, Terpene und andere Pflanzenstoffe in ihrem natürlichen Verhältnis. Was genau Vollspektrum, Breitspektrum und Isolat voneinander trennt, erklärt der Artikel Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat im Themengebiet Grundlagen.

Die Zusammensetzung hängt stark vom Verfahren ab. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit weist darauf hin, dass jede Extraktionsmethode gezielt Stoffe anreichern oder abreichern kann — zwei Pasten können sich daher stark unterscheiden (Quelle: BVL, FAQ Hanf/THC/CBD).

Seriöse Hersteller standardisieren das Extrakt anschließend auf einen festen Gehalt. Erst dieser Schritt macht eine verlässliche Milligramm-Angabe auf der Packung möglich. Ob ein Hersteller so arbeitet, zeigen Chargenanalysen unabhängiger Labore, die viele Anbieter online stellen.

Typische Bestandteile einer Vollspektrum-Paste im Überblick.

  • Cannabidiol (CBD) als Hauptbestandteil, daneben Restmengen weiterer Cannabinoide.
  • Terpene: Aromastoffe der Pflanze, verantwortlich für Geruch und Geschmack.
  • Wachse und Fette aus dem Pflanzenmaterial — sie machen die Paste zäh.

Wie unterscheidet sich Paste von Öl und Kristallen?

Der Unterschied liegt in drei Punkten: Gehalt, Zusammensetzung und Handhabung. Die Paste ist der konzentrierte Extrakt, das Öl die verdünnte Form, die Kristalle das gereinigte Isolat.

Hier setzt der Form-Check an. Er stellt drei Fragen an jede Darreichungsform: Was steckt drin, wie hoch ist der Anteil, wie wird sie eingenommen? Wer diese drei Antworten kennt, kann Formen sachlich vergleichen — ohne auf Werbeversprechen hereinzufallen.

MerkmalCBD-PasteCBD-ÖlCBD-Kristalle
Was steckt drin?Extrakt mit PflanzenstoffenExtrakt in TrägerölFast reines CBD (Isolat)
CBD-AnteilMeist hochNiedrig bis mittelSehr hoch (rund 99 %)
KonsistenzZäh, dunkelFlüssig, hellerFest, weiß, kristallin
Übliche AbgabeDosierspritze, SpenderPipettenflascheDose mit Feinwaage
THC-RestmengeBei Vollspektrum möglichJe nach ExtrakttypKeine (reines Isolat)

Die Tabelle zeigt Strukturen, keine Rangfolge. Keine der drei Formen ist grundsätzlich besser; sie passen zu unterschiedlichen Gewohnheiten. Maßgeblich für den Gehalt ist immer die Menge CBD in Milligramm — nicht der Prozentwert in der Werbung.

Für den Preisvergleich gilt dieselbe Regel. Eine kleine Spritze mit hohem Prozentwert kann weniger CBD enthalten als eine große Flasche Öl mit niedrigem. Wer Angebote vergleicht, rechnet daher auf den Preis pro 100 Milligramm CBD um — erst dann sind Paste, Öl und Kristalle vergleichbar.

Auch das Etikett verrät die Form auf einen Blick. Vier Angaben helfen beim Einordnen.

  • Extrakttyp: Vollspektrum, Breitspektrum oder Isolat — steht meist vorn auf der Packung.
  • Gehalt in Prozent: der Anteil von CBD am Gesamtprodukt, nicht die Menge pro Portion.
  • Gesamtmenge in Milligramm: die Summe an CBD in der Packung — der ehrlichste Vergleichswert.
  • Zutatenliste: zeigt, ob und welches Trägeröl oder welche Zusatzstoffe enthalten sind.

Zum Hintergrund: Was ein CBD-Öl genau ist und wie sein Etikett aufgebaut ist, beschreibt der Artikel CBD-Öl: Was ist das?. Die reine Isolatform stellt der Artikel CBD-Kristalle vor. Einen Gesamtüberblick aller Formen bietet die Seite CBD-Darreichungsformen im Überblick.

Infografik: Wie unterscheidet sich Paste von Öl und Kristallen? — Paste, Öl und Kristalle

Die Aufnahme in den Körper

Für CBD-Paste als eigene Form gibt es keine Studien zur Aufnahme. Bekannt ist die Datenlage zu oralen Formen wie Ölen, Kapseln und Sprays — und sie zeigt: Von einer geschluckten Menge CBD kommt nur ein Teil im Blut an.

Nach vorliegenden Auswertungen liegt die Aufnahme bei oraler Gabe nüchtern bei etwa 6 Prozent; eine fetthaltige Mahlzeit kann sie vervierfachen (Quelle: Perucca & Bialer, 2020). Ein Grund ist der starke Abbau in der Leber, bevor der Stoff den Kreislauf erreicht.

Eine Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt beziffert die Bioverfügbarkeit — also die Aufnahme in den Körper — nach oraler Gabe auf 6 bis 8 Prozent. Nach Gabe über die Mundschleimhaut schätzt sie 11 bis 13 Prozent (Quelle: Herdegen & Cascorbi, 2023).

Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle. Die höchsten Blutwerte treten bei oraler Einnahme zwischen null und vier Stunden auf. Nach einer Mahlzeit fallen sie höher aus (Quelle: Millar et al., 2018). Was hinter dem Begriff Bioverfügbarkeit steckt, erklärt der Artikel Bioverfügbarkeit von CBD im Themengebiet Wirkung.

In der medizinischen Forschung kommen vor allem standardisierte Lösungen zum Schlucken zum Einsatz, etwa beim zugelassenen Arzneimittel Epidyolex. Solche Studienergebnisse sind auf frei verkäufliche Pasten nicht übertragbar — Gehalt, Reinheit und Begleitung unterscheiden sich grundlegend.

Warum die gemessenen Werte so stark streuen, erforscht die Wissenschaft noch. Gewicht, Ernährung und die Zusammensetzung des jeweiligen Produkts spielen hinein. Übersichtsarbeiten beschreiben die Unterschiede zwischen einzelnen Personen als erheblich (Quelle: Millar et al., 2018).

Wie ist die Rechtslage?

CBD-Extrakte gelten in der Europäischen Union vielfach als neuartige Lebensmittel (Novel Food). Für sie liegt keine allgemeine Zulassung vor. Dem BVL ist derzeit keine Fallgestaltung bekannt, nach der Cannabidiol in Lebensmitteln — also auch in Nahrungsergänzungsmitteln — verkehrsfähig wäre (Quelle: BVL, FAQ Hanf/THC/CBD).

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit prüft die Zulassungsanträge zu CBD, hat die Bewertung aber vorerst ausgesetzt. Die Daten reichen bislang nicht aus, um die Sicherheit als Lebensmittel festzustellen. Unsicher sei die Substanz deswegen nicht automatisch, betont die Behörde (Quelle: EFSA, 2022).

Die Folge für die Praxis: Die Behörden der Bundesländer bewerten einzelne Produkte unterschiedlich. Ob eine bestimmte Paste im Handel geduldet wird, hängt von der jeweiligen Lebensmittelüberwachung ab. Käufer können das im Einzelfall nicht prüfen.

Dazu kommt das Werberecht: Für CBD-Produkte dürfen keine Gesundheitsversprechen gemacht werden. Aussagen, eine Paste wirke bei Krankheiten, sind in der EU verboten und ein Warnsignal beim Lesen von Angeboten.

Alle Angaben beschreiben den Stand bei der letzten Prüfung dieser Seite. Rechtslage und Behördenpraxis können sich ändern; die Redaktion aktualisiert diese Seite entsprechend.

Risikogruppen und Vorsicht

Reines CBD beschreibt die Weltgesundheitsorganisation als gut verträglich; sie stellt kein Abhängigkeitspotenzial fest (Quelle: WHO). Das gilt für die Substanz — nicht für jede Person und jede Situation.

  • Schwangerschaft und Stillzeit: Die EFSA benennt fehlende Daten, auch zur Fortpflanzung — Fachstellen raten zur Zurückhaltung.
  • Kinder und Jugendliche: Frei verkäufliche Produkte sind für diese Gruppe nicht vorgesehen.
  • Menschen mit Medikamenten: CBD kann den Abbau anderer Wirkstoffe bremsen — relevant vor allem ab rund 300 Milligramm pro Tag (Quelle: Herdegen & Cascorbi, 2023).
  • Menschen mit Lebererkrankungen: In Studien mit hohen Mengen traten erhöhte Leberwerte auf (Quelle: EMA, EPAR Epidyolex).

Ein weiterer Punkt betrifft Vollspektrum-Produkte: Sie können Restmengen THC enthalten. Wer im Straßenverkehr unterwegs ist oder einen Drogentest erwartet, sollte das wissen. Ein Isolat enthält diese Restmengen nicht.

Wer zu einer dieser Gruppen gehört, sollte die Anwendung vorab fachlich besprechen. Verschreibungspflichtige Cannabis-Arzneimittel sind dabei etwas anderes als frei verkäufliche Produkte — das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte erläutert den Unterschied (Quelle: BfArM, FAQ Medizinisches Cannabis).

Wann sollten Sie einen Arzt oder Apotheker fragen?

Vier Situationen verdienen fachlichen Rat, bevor Sie ein CBD-Produkt anwenden.

  • Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten: CBD kann ihre Wirkung verstärken oder abschwächen — die Apotheke prüft das schnell und ohne Termin.
  • In Schwangerschaft und Stillzeit: Sicherheitsdaten fehlen weitgehend; besprechen Sie jede Anwendung mit Ihrem Arzt.
  • Bei Lebererkrankungen oder auffälligen Leberwerten: Auch hier ist vorab ein Arztgespräch ratsam.
  • Bei gesundheitlichen Beschwerden, die Sie behandeln lassen möchten: Ein frei verkäufliches Produkt ist kein Arzneimittel und ersetzt keine Diagnose.

Eine Beratung in der Apotheke ist auch ohne Termin möglich. Für Fragen zu Wechselwirkungen ist sie der schnellste fachliche Weg.

Der Form-Check bleibt zum Schluss die praktische Eselsbrücke dieser Seite: Was steckt drin? Wie hoch ist der Anteil? Wie wird die Form eingenommen? Mit diesen drei Fragen ordnen Sie Paste, Öl und Kristalle sachlich ein — und erkennen Werbung, die mehr verspricht, als die Forschung hergibt.

Weiterführende Artikel: Das Themengebiet Anwendung und Dosierung bündelt alle Formen und Einnahmefragen. Die Startseite von CBDWissen führt zu allen Themengebieten.

Häufige Fragen

Quellen

  1. 1.FAQ Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) & Co(öffnet in neuem Tab)Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
    A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026
  2. 2.Cannabidiol novel food evaluations on hold pending new data(öffnet in neuem Tab)Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
    C · FachinstitutAbruf: 26. Juli 2026
  3. A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026
  4. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
  5. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
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  1. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
  2. C · FachinstitutAbruf: 26. Juli 2026
  3. A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026
  4. A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026

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