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Glossar

Winterisierung: Definition und Bedeutung im Glossar

  • Winterisierung entfernt Wachse, Fette und Chlorophyll aus rohen Hanfextrakten.
  • Der Extrakt wird in Alkohol gelöst, tief gekühlt und anschließend gefiltert.
  • Der Schritt verbessert Aussehen und Verarbeitbarkeit, kostet aber einen Teil des CBD.

Veröffentlicht am 15. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 15. August 2026

Winterisierung: Winterisierung ist ein Reinigungsschritt bei der Herstellung von Hanfextrakten: Der Rohextrakt wird in einem Lösungsmittel gelöst und tief gekühlt, damit Wachse, Fette und Farbstoffe ausfallen und abgefiltert werden können.

Winterisierung ist ein Fachwort aus der Weiterverarbeitung von Hanfextrakten. Dieser Glossareintrag definiert den Begriff, beschreibt den Ablauf in Schritten und nennt auch die Nachteile des Verfahrens.

Die Kurzdefinition steht im Kasten direkt unter dem Titel. Die Abschnitte darunter erklären, was die Definition im Einzelnen bedeutet. Wer nur die Kurzfassung sucht, ist nach dem Kasten fertig.

Was ist Winterisierung?

Winterisierung ist ein Reinigungsschritt, der unerwünschte Begleitstoffe aus einem rohen Hanfextrakt entfernt. Der Extrakt wird dazu in einem Lösungsmittel aufgelöst und stark abgekühlt. Bei der Kälte fallen Wachse, Fette und Farbstoffe als Feststoff aus und lassen sich abtrennen.

Der Name kommt vom Prinzip: Kälte lässt bestimmte Stoffe erstarren, ähnlich wie Frost im Winter Öle trübt. Übersichtsarbeiten beschreiben das Verfahren als Tiefkühlen des Rohextrakts über mindestens 24 Stunden mit anschließender Filtration (Valizadehderakhshan et al., 2021).

Entfernt wird ein Gemisch, das Fachartikel als „Wachs“ bezeichnen. Es besteht aus Pflanzenwachsen, langkettigen Fettsäuren, Phospholipiden und Pigmenten wie Chlorophyll. Diese Stoffe machen den Rohextrakt dunkel, zäh und herb im Geschmack.

Nötig wird der Schritt durch die Arbeitsweise der Extraktion. Lösungsmittel wie Ethanol lösen nicht nur die gewünschten Cannabinoide, sondern ziehen auch Fette, Pigmente und andere Begleitstoffe aus dem Pflanzenmaterial mit. Ohne Reinigung bliebe dieser Anteil im Endprodukt und würde jede weitere Verarbeitung erschweren.

Wie läuft die Winterisierung ab?

Die Winterisierung läuft in einer festen Reihenfolge ab. Studienprotokolle beschreiben vier Schritte, die sich über die Verfahren hinweg ähneln.

  1. Lösen: Der Rohextrakt wird in einem Lösungsmittel gelöst, meist in Ethanol, teils in Hexan oder Acetonitril.
  2. Kühlen: Die Lösung kühlt auf Temperaturen zwischen minus 20 und minus 80 Grad Celsius ab, üblich sind 24 bis 48 Stunden.
  3. Filtern: Die ausgefallenen Feststoffe werden durch Filtration oder Zentrifugation abgetrennt.
  4. Eindampfen: Das Lösungsmittel wird entfernt und kann im Verfahren wiederverwendet werden.

Diese Werte stammen aus Labor- und Pilotstudien (Christodoulou et al., 2025; Chacon et al., 2024). Die genauen Einstellungen variieren je nach Anlage und Ausgangsmaterial.

Das Lösungsmittel entscheidet über die Trennschärfe. Ein Protokoll aus 2025 verglich vier Lösungsmittel unter gleichen Bedingungen. Gemessen wurde, wie hoch der CBD-Anteil im gereinigten Extrakt danach war (Calmanti et al., 2025).

LösungsmittelCBD-Anteil im gereinigten Extrakt
Acetonitrilrund 48 %
Ethanolrund 40 %
Ethylacetatrund 37 %
n-Hexanrund 33 %

Acetonitril trennte die Wachsfraktion am saubersten ab. Ethanol arbeitete etwas weniger selektiv, gilt aber als die lebensmitteltauglichere Alternative. Hexan löste einen Teil der Wachse mit und trennte deshalb schlecht.

Welche Nachteile hat die Winterisierung?

Die Winterisierung kostet einen Teil der Wirkstoffe. In der Wachsfraktion bleibt immer etwas CBD zurück, denn die Cannabinoide fallen bei der Kälte nicht vollständig rein aus. Im Protokoll von 2025 enthielt die abgetrennte Wachsfraktion nach einem einzelnen Durchlauf noch rund 9 Prozent CBD. Erst zwei Wiederholungen desselben Schritts holten fast den gesamten Rest zurück; am Ende steckten nur noch gut 2 Prozent CBD in der Wachsfraktion (Calmanti et al., 2025).

Daneben kostet der Schritt Zeit und Energie. Tiefkühlung über ein bis zwei Tage und das Eindampfen des Lösungsmittels machen das Verfahren aufwendig.

Trotz der Kosten ist der Schritt in vielen Verfahren unverzichtbar. Folgeschritte wie die Destillation oder die Herstellung von CBD-Kristallen setzen einen entwachsten Extrakt voraus. Ohne Winterisierung verkleben Anlagen, und die Reinheit des Endprodukts sinkt.

Die Forschung sucht nach Alternativen. Ein Ansatz ersetzt das Alkohol-Kälte-Verfahren durch eine Reinigung mit stark verdichtetem CO2, die denselben Zweck erfüllen soll (de Aguiar et al., 2023). Ob sich solche Varianten durchsetzen, ist offen; bislang bleibt die Kühlung in Alkohol das beschriebene Standardverfahren.

Kurz zusammengefasst, mit allen Vor- und Nachteilen.

  • Der Schritt entfernt Wachse, Fette und Chlorophyll und verbessert Aussehen, Geschmack und Verarbeitbarkeit.
  • Er kostet Zeit, Energie und einen kleinen Teil des CBD.
  • Ohne ihn lassen sich viele Folgeschritte wie die Destillation nur schwer durchführen.

Der Unterschied zu anderen Verarbeitungsschritten

Winterisierung, Extraktion und Decarboxylierung sind drei verschiedene Schritte der Herstellung. Die Extraktion löst die Cannabinoide aus der Pflanze. Die Winterisierung reinigt den gewonnenen Extrakt mit Kälte. Die Decarboxylierung verändert die chemische Form der Cannabinoide mit Hitze.

Typisch ist die Reihenfolge: erst extrahieren, dann winterisieren, danach folgen weitere Reinigungsschritte. Vor allem die Ethanol-Extraktion zieht viele Begleitstoffe mit, sodass der Kälteschritt dort fast immer folgt (Valizadehderakhshan et al., 2021).

Auch der Zeitpunkt im Verfahren ist festgelegt. Die Winterisierung kommt nie vor der Extraktion, denn sie setzt einen bereits gewonnenen Rohextrakt voraus. Wer den Begriff auf einer Produktbeschreibung liest, weiß damit: Der Hersteller hat einen zusätzlichen Reinigungsschritt durchgeführt.

Achtung: Winterisierung ist nicht dasselbe wie Decarboxylierung. Die Winterisierung arbeitet mit Kälte und entfernt Stoffe; die Decarboxylierung arbeitet mit Hitze und wandelt Stoffe um. Was der Hitzeschritt genau bewirkt, erklärt der Eintrag Decarboxylierung in diesem Glossar.

Vertiefende Artikel

Dieser Eintrag liefert bewusst nur die Kurzfassung des Begriffs. Er beantwortet die Frage, was Winterisierung bedeutet, wie sie abläuft und wo ihre Grenzen liegen. Die Rolle des Schritts im Gesamtverfahren ist damit umrissen. Wer den gesamten Weg von der Pflanze zum fertigen Extrakt verstehen möchte, findet ihn in den Artikeln des Themengebiets Grundlagen.

Der Artikel Wie wird CBD gewonnen? Extraktion und Herstellung erklärt beschreibt alle Produktionsschritte im Zusammenhang. Weitere Fachbegriffe finden Sie im Glossar dieser Website. Zur Übersicht aller Themengebiete gelangen Sie über die Startseite von CBDWissen.

Quellen

  1. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026
  2. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026
  3. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026
  4. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026
  5. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026

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