Cannabis sativa L. ist der botanische Name der Hanfpflanze. Von dieser einen Pflanzenart stammen alle Hanfprodukte — von Fasern und Speiseöl bis zu den Extrakten, aus denen CBD-Öle hergestellt werden.
Dieser Eintrag erklärt, was der Name bedeutet, wie die Pflanze eingeordnet ist und warum Nutzhanf und Rausch-Cannabis zur selben Art gehören. Die Kurzdefinition steht im Kasten direkt unter dem Titel. Wer Hintergrund sucht, liest weiter.
Die Abschnitte folgen aufeinander: die botanische Einordnung, der Unterschied zwischen Nutzhanf und Rausch-Cannabis, die Abgrenzung verwandter Begriffe und die Bedeutung für CBD-Produkte.
Botanische Einordnung
Die Hanfpflanze gehört zur Familie der Hanfgewächse (Cannabaceae). Sie stammt ursprünglich aus Zentralasien und zählt zu den ältesten Kulturpflanzen. Menschen nutzen sie seit Jahrtausenden — für Textilfasern, für Speiseöl aus den Samen und für Baustoffe aus den Stängeln.
Der Name selbst erklärt schon viel. Das Wort „Cannabis“ geht auf das griechische und lateinische Wort für Hanf zurück. Der Zusatz „sativa“ bedeutet „angebaut“ oder „kultiviert“.
Das „L.“ hinter dem Namen steht für Carl von Linné. Der schwedische Naturforscher beschrieb die Art im 18. Jahrhundert wissenschaftlich.
Die Pflanze bildet mehr als 90 verschiedene Cannabinoide. Das sind Wirkstoffe, die fast ausschließlich im Hanf vorkommen. Zu ihnen gehören Cannabidiol (CBD) und Tetrahydrocannabinol (THC). Gebildet werden diese Stoffe vor allem in den feinen Drüsenhaaren auf den Blüten der weiblichen Pflanze.
In der Pflanze liegen die Cannabinoide zunächst als Säuren vor. Aus der Cannabidiolsäure (CBDA) entsteht CBD, aus der Tetrahydrocannabinolsäure (THCA) entsteht THC — jeweils durch Erhitzen. Faserhanf-Sorten bilden überwiegend CBDA, während THC-reiche Züchtungen vor allem THCA bilden.
Auch die übrigen Pflanzenteile haben feste Verwendungen. Drei Teile der Pflanze liefern unterschiedliche Produkte.
- Die Samen liefern Speiseöl und enthalten selbst nur Spuren von Cannabinoiden.
- Die Stängel liefern Fasern für Textilien und Papier.
- Die Blüten enthalten den höchsten Anteil an Cannabinoiden.
Nutzhanf und Rausch-Cannabis: eine Art, zwei Züchtungen
Botanisch gibt es nur eine Hanfart: Cannabis sativa L. Der Unterschied zwischen Nutzhanf und Rausch-Cannabis liegt nicht in der Art, sondern in der Züchtung. Nutzhanfsorten wurden über Generationen auf Fasern und Samen gezüchtet und bilden nur sehr wenig THC. Rausch-Sorten wurden auf einen hohen THC-Gehalt hin gezüchtet.
Die Europäische Union knüpft an den THC-Gehalt eine rechtliche Grenze. Für die Agrarförderung gelten nur Hanfsorten mit einem Gehalt von weniger als 0,3 % Tetrahydrocannabinol als förderfähig (Verordnung (EU) 2021/2115, Erwägungsgrund 18). Diese Grenze bezieht sich auf die Pflanze auf dem Feld. Sie sagt nichts über die Einordnung fertiger Produkte.
Aus solchen Nutzhanfsorten stammt auch das CBD für den europäischen Markt. Ein CBD-Öl enthält also einen Extrakt aus derselben Pflanzenart, aus der auch Seile und Speiseöl entstehen — allerdings aus anderen Sorten und anderen Pflanzenteilen.
Dass beide zur selben Art gehören, erklärt auch die häufige Verwirrung. Nutzhanf und Rausch-Cannabis sehen sich ähnlich und sind botanisch nicht als getrennte Arten zu unterscheiden. Erst die Analyse des Wirkstoffgehalts zeigt, um welche Züchtung es sich handelt. Für Behörden und Händler ist deshalb nicht das Aussehen der Pflanze entscheidend, sondern das Laborergebnis.
Die wichtigsten Unterschiede auf einen Blick:
| Merkmal | Nutzhanf | Rausch-Cannabis |
|---|---|---|
| Züchtungsziel | Fasern, Samen, CBD-Rohstoff | hoher THC-Gehalt |
| THC-Gehalt | sehr gering, in der EU unter 0,3 % | hoch, je nach Sorte |
| Typische Nutzung | Textilien, Lebensmittel, CBD-Extrakte | Rausch und Medizin |
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Drei Verwechslungen begegnen bei diesem Begriff besonders häufig. Der Eintrag grenzt sie ausdrücklich ab, weil sie das Verständnis von Etiketten und Werbeaussagen erschweren.
Achtung: Cannabis sativa ist nicht dasselbe wie „Cannabis“ im Alltag. Der botanische Name bezeichnet die Pflanzenart. Im Alltag und in der Drogenpolitik steht „Cannabis“ dagegen für die berauschenden Zubereitungen aus dieser Pflanze — etwa Marihuana aus den Blüten und Haschisch aus dem Harz. Die Weltgesundheitsorganisation verwendet „Cannabis“ als Sammelbegriff für genau diese Zubereitungen.
Achtung: Nutzhanf ist nicht dasselbe wie Rausch-Cannabis. Beide gehören zur selben Art, unterscheiden sich aber im Züchtungsziel und im THC-Gehalt. Das praktische Unterscheidungsmerkmal ist der gemessene Gehalt an THC in der Sorte.
Achtung: „Sativa“ und „Indica“ auf Etiketten sind keine verlässlichen botanischen Angaben. Händler nutzen diese Namen oft als Beschreibung für erwartete Wirkungen. Ob die Pflanzenkunde eine oder mehrere Cannabis-Arten kennt, ist unter Fachleuten umstritten. Für die Einordnung eines Produkts zählt der gemessene Gehalt an CBD und THC, nicht der Name auf dem Etikett.
Bedeutung für CBD-Produkte
Das CBD in frei verkäuflichen Produkten stammt aus Nutzhanf. In diesen Faserhanf-Sorten liegt CBDA als häufigstes Cannabinoid vor, während THCA dort nur in geringen Mengen auftritt. Das beschreibt die Fachliteratur am Beispiel europäischer Faserhanf-Sorten.
Für Hersteller hat die Wahl der Sorte praktische Folgen. Eine Faserhanf-Sorte liefert von Natur aus viel CBDA und wenig THCA. Das erleichtert es, Extrakte mit hohem CBD-Gehalt und niedrigem THC-Gehalt herzustellen.
Wer ein Etikett liest, findet dort oft den Hinweis „aus Cannabis sativa L.“ oder „aus EU-zertifiziertem Nutzhanf“. Dieser Hinweis sagt etwas über die Pflanzenart und die Herkunft des Rohstoffs. Über den CBD-Gehalt des fertigen Produkts sagt er nichts aus. Maßgeblich dafür ist die Angabe in Milligramm auf der Verpackung.
Vertiefende Artikel
Dieser Eintrag liefert bewusst nur die Kurzfassung des Begriffs. Er beantwortet die Frage, was der botanische Name bedeutet und wie er sich von ähnlichen Begriffen unterscheidet. Die ausführliche Behandlung steht in den Themengebieten dieser Website.
Sie folgt dort demselben Quellenstandard wie dieser Eintrag. Auch dort bleiben die Texte sachlich und nennen Behörden und Studien als Beleg.
Wie Nutzhanf angebaut wird und welche Sorten in der EU zugelassen sind, erklärt der Artikel über Nutzhanf im Themengebiet Grundlagen. Den bekanntesten Wirkstoff der Pflanze definiert der Eintrag Cannabidiol (CBD). Weitere Fachbegriffe stehen im Glossar dieser Website. Einen Überblick über alle Themengebiete bietet die Startseite von CBDWissen.
Quellen
- 1.Cannabis — Alcohol, Drugs and Addictive Behaviours(öffnet in neuem Tab)— Weltgesundheitsorganisation (WHO)A · Behörde / RechtAbruf: 12. August 2026
- 2.Cannabis sativa: The Plant of the Thousand and One Molecules(öffnet in neuem Tab)— Frontiers in Plant Science (Fachzeitschrift)B · Peer-reviewte StudieAbruf: 12. August 2026
- 3.Verordnung (EU) 2021/2115 vom 2. Dezember 2021 (GAP-Strategiepläne)(öffnet in neuem Tab)— Europäisches Parlament und Rat (EUR-Lex)A · Behörde / RechtAbruf: 12. August 2026
- A · Behörde / RechtAbruf: 12. August 2026
- 5.An Update on Safety and Side Effects of Cannabidiol: A Review of Clinical Data and Relevant Animal Studies(öffnet in neuem Tab)— Cannabis and Cannabinoid Research (Fachzeitschrift)B · Peer-reviewte StudieAbruf: 12. August 2026
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