Chargennummer — redaktionelles Titelbild von CBDWissen

Glossar

Chargennummer: Definition und Bedeutung im Glossar

  • Die Chargennummer kennzeichnet die Produktionseinheit, aus der eine Packung stammt.
  • Bei Arzneimitteln ist die Chargenbezeichnung gesetzlich vorgeschrieben, Kürzel Ch.-B.
  • Bei CBD-Produkten verbindet sie die Packung mit dem passenden Analysezertifikat.

Veröffentlicht am 15. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 15. August 2026

Chargennummer: Die Chargennummer (Chargenbezeichnung) ist eine Kennung auf der Verpackung eines Produkts. Sie bezeichnet die Charge, also die Menge, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Mit ihr lässt sich zurückverfolgen, aus welcher Produktionseinheit eine Packung stammt.

Die Chargennummer (Chargenbezeichnung) ist eine Kennung auf der Verpackung eines Produkts. Sie bezeichnet die Charge, also die Menge, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Mit ihr lässt sich zurückverfolgen, aus welcher Produktionseinheit eine Packung stammt.

Die Kurzdefinition steht im Kasten direkt unter dem Titel. Die Abschnitte darunter erklären, was eine Charge ist, wo die Kennzeichnung Pflicht ist und warum die Nummer bei CBD-Produkten eine besondere Rolle spielt.

Was eine Charge ist

Eine Charge ist die Menge eines Produkts, die in einem gemeinsamen Herstellungsvorgang unter gleichen Bedingungen entstanden ist. Alle Packungen aus dieser Einheit tragen dieselbe Chargennummer. Sie besteht aus Ziffern, Buchstaben oder einer Kombination aus beiden. Die Kennung finden Sie meist aufgedruckt oder eingelasert auf der Packung, häufig in der Nähe des Haltbarkeitsdatums.

Bei Lebensmitteln heißt die Kennung auch Los-Angabe. Der Lebensmittelverband Deutschland beschreibt ihre Funktion so: Eine Los-Angabe steht für die Charge von Verkaufseinheiten, die unter gleichen Bedingungen hergestellt wurde. Zur Kenntlichmachung steht am Anfang in der Regel ein „L“. Die Angabe auf der Verpackung ist — bis auf wenige Ausnahmen — rechtlich verpflichtend.

Dahinter steht ein weitergehendes Prinzip: die Rückverfolgbarkeit. Sie ist seit 2005 für alle Unternehmen der Lebensmittelkette Pflicht. Jeder Betrieb muss seinen unmittelbaren Vorlieferanten und Abnehmer kennen. Die Chargennummer macht diese Kette für das einzelne Produkt sichtbar.

Ausnahmen gelten etwa für lose verkaufte Lebensmittel ohne Fertigpackung. Auch Produkte, deren Mindesthaltbarkeitsdatum Tag und Monat genau angibt, brauchen keine Losnummer. In diesen Fällen dient das Datum selbst als Anhaltspunkt für die Herstellung.

Ein einheitliches Format für die Nummer gibt es nicht. Jeder Hersteller legt den Aufbau seiner Kennung selbst fest. Manche Nummern enthalten das Produktionsdatum, andere eine laufende Folge. Für Sie zählt nur eines: Die Nummer auf Ihrer Packung muss mit der Angabe im zugehörigen Laborbericht übereinstimmen.

Die drei wichtigsten Angaben rund um eine Charge im Überblick:

AngabeWo sie stehtWas sie aussagt
ChargennummerAuf der PackungAus welcher Produktionseinheit die Packung stammt
MindesthaltbarkeitsdatumAuf der PackungWie lange das Produkt seine Qualität behält
Chargenangabe im COAIm LaborberichtFür welche Einheit die Messwerte gelten

Wo die Chargenbezeichnung Pflicht ist

Im Arzneimittelrecht ist die Kennzeichnung eindeutig geregelt. Das Arzneimittelgesetz schreibt in § 10 vor, dass Fertigarzneimittel eine Chargenbezeichnung tragen müssen. Die vorgeschriebene Abkürzung lautet „Ch.-B.“. Diese Angabe gehört auf das Behältnis und auf die äußere Umhüllung.

Hinter der Pflicht steht ein System. Die Gute Herstellungspraxis (GMP) verlangt, dass jede Produktionseinheit einzeln dokumentiert und freigegeben wird. Erst nach dieser Prüfung darf eine Charge in den Verkehr.

Die Chargennummer ist das sichtbare Ende dieser Dokumentationskette. Im GMP-Eintrag dieses Glossars steht, wie das Regelwerk aufgebaut ist.

Diese Kette hat einen praktischen Zweck. Zeigt ein Produkt einen Fehler, können Hersteller und Behörden gezielt nur die betroffene Einheit zurückrufen. Der Lebensmittelverband verweist dazu auf die Plattform lebensmittelwarnung.de, auf der solche Rückrufe veröffentlicht werden. Anhand der Chargennummer erkennen Sie, ob eine Warnung auch Ihre Packung betrifft.

Warum die Nummer bei CBD-Produkten zählt

Bei frei verkäuflichen CBD-Produkten verbindet die Chargennummer drei Dinge: die Packung, die Produktionseinheit und den Laborbericht. Ein Analysezertifikat sagt nur dann etwas über Ihr Produkt aus, wenn es für dieselbe Charge erstellt wurde.

Diese Zuordnung ist wichtig, weil sich Chargen unterscheiden können. Rohstoffe, Extraktionsbedingungen und Abfüllung variieren von einer Produktionseinheit zur nächsten. Ein gutes Messergebnis aus dem letzten Jahr gilt darum nicht automatisch für die Packung von heute. Seriöse Anbieter lassen daher jede neue Charge erneut untersuchen.

Dass diese Verbindung ernst zu nehmen ist, zeigen behördliche Kontrollen. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) beanstandete in einer Untersuchung einzelne Hanföle wegen gesundheitsschädlicher Belastung. Betroffene Hanfölchargen wurden öffentlich zurückgerufen, weitere Chargen nachkontrolliert. Ohne Chargennummer wäre eine solche gezielte Maßnahme nicht möglich.

Eine Auswertung von 413 Produkten des deutschen Markts kommt zu dem Ergebnis, dass es in dieser Produktgruppe an durchgängiger Qualitätskontrolle mangelt. Umso wichtiger ist es, die Nummer auf der Packung mit der Chargenangabe im Laborbericht abzugleichen. Stimmen beide nicht überein, bezieht sich das Zertifikat nicht auf Ihre Packung.

Der Abgleich ist in wenigen Schritten erledigt:

  • Suchen Sie die Chargennummer auf der Packung, oft neben dem Haltbarkeitsdatum.
  • Öffnen Sie das Analysezertifikat des Herstellers und suchen Sie die Chargenangabe.
  • Vergleichen Sie beide Angaben Zeichen für Zeichen.
  • Prüfen Sie zusätzlich das Datum des Laborberichts.

Achtung: Die Chargennummer ist nicht dasselbe wie das Mindesthaltbarkeitsdatum. Das Haltbarkeitsdatum sagt, wie lange ein Produkt bei richtiger Lagerung seine Qualität behält. Die Chargennummer sagt, aus welcher Produktionseinheit es stammt. Beide Angaben stehen oft nebeneinander auf der Packung, beantworten aber unterschiedliche Fragen.

Ebenso wenig ist die Chargennummer selbst ein Qualitätsnachweis. Sie macht eine Charge nur identifizierbar. Was in dieser Charge gemessen wurde, steht allein im Analysezertifikat. Erst das Zusammenspiel beider Angaben macht einen Laborbericht für Ihre Packung brauchbar.

Vertiefende Artikel

Dieser Eintrag liefert bewusst nur die Kurzfassung des Begriffs. Er beantwortet, was eine Chargennummer ist, wo sie Pflicht ist und warum sie bei CBD-Produkten die Verbindung zum Laborbericht bildet. Wie Sie ein solches Zertifikat Schritt für Schritt lesen und die Chargenangabe prüfen, bleibt dem Themengebiet Sicherheit vorbehalten. Dort finden Sie auch ein vollständig durchgearbeitetes Prüfbeispiel.

Der Artikel Analysezertifikat (COA) lesen: So prüfen Sie ein CBD-Produkt zeigt die Prüfung an einem Beispiel. Weitere Fachbegriffe finden Sie im Glossar dieser Website, einen Einstieg in alle Themengebiete bietet die Startseite von CBDWissen.

Quellen

  1. A · Behörde / RechtAbruf: 15. August 2026
  2. A · Behörde / RechtAbruf: 15. August 2026
  3. 3.Cannabinoide in hanfhaltigen Lebensmitteln (Jahresbericht 2021/22)(öffnet in neuem Tab)Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL)
    A · Behörde / RechtAbruf: 15. August 2026
  4. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 15. August 2026
  5. C · FachinstitutAbruf: 15. August 2026

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