Leberwerte (ALT/AST) unter CBD — redaktionelles Titelbild von CBDWissen

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CBD und die Leber: Was Studien zu Leberwerten zeigen

  • CBD kann die Leberwerte erhöhen; das Risiko steigt mit der Dosis und mit bestimmten Medikamenten.
  • Ein erhöhter Leberwert ist noch kein Leberschaden; die Werte sanken in Studien nach Absetzen meist wieder.
  • Bei Lebererkrankungen, Medikamenteneinnahme und Schwangerschaft gehört jede CBD-Anwendung in ärztliche Hände.

Veröffentlicht am 26. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 26. Juli 2026

CBD wird in der Leber abgebaut — und genau dort messen Studien die bislang wichtigste Verträglichkeitsfrage: die Leberwerte. Diese Seite erklärt, was die Forschung zu CBD und den Leberenzymen ALT und AST zeigt. Sie beruht auf Zulassungsdokumenten, Fachstudien und Bewertungen europäischer Behörden; die Quellen stehen am Ende. Sie ersetzt keine ärztliche Deutung Ihrer eigenen Blutwerte.

Wichtig vorab: Diese Inhalte dienen der Information und ersetzen keine ärztliche Beratung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.

Für die Einordnung nutzen wir die Leber-Ampel. Sie teilt Messwerte in drei Zonen: Grün steht für Werte im Normbereich, Gelb für Anstiege, die ein Arzt prüfen sollte, und Rot für Werte, bei denen Medikamenten-Leitlinien zum Absetzen raten. Diese Ampel begleitet Sie durch die ganze Seite.

Wie sicher ist CBD für die Leber?

CBD kann die Leberwerte erhöhen — das gilt vor allem bei hohen Dosen und bei bestimmten Medikamenten. Zwei Dinge sind dabei gleichermaßen belegt: Anstiege kommen vor, und sie sind meist ohne Beschwerden und wieder rückläufig.

Was sind Leberwerte überhaupt? ALT und AST sind Enzyme, also Eiweißstoffe, die vor allem in Leberzellen arbeiten. Die Fachwelt nennt sie Transaminasen.

Werden Leberzellen belastet oder geschädigt, gelangt mehr davon ins Blut. Der Messwert zeigt also eine Belastung an. Er sagt aber nichts darüber, wie schwer die Leber wirklich geschädigt ist.

Die Größenordnung kennen wir aus den Zulassungsunterlagen des CBD-Arzneimittels Epidyolex. In den Zulassungsstudien zum CBD-Arzneimittel lag der Anteil der Patienten mit stark erhöhten Leberwerten bei 12 Prozent unter CBD gegenüber unter 1 Prozent unter Placebo (Quelle: EMA, Fachinformation). Stark erhöht bedeutet dort: mehr als das Dreifache des oberen Normwerts.

Gleichzeitig ordnet die amerikanische Arzneimittel-Datenbank LiverTox ein: Ein klinisch sichtbarer Leberschaden mit Gelbsucht ist für CBD bislang nicht überzeugend dokumentiert. Die gemessenen Anstiege waren in der Regel mild bis mittelschwer und traten ohne Beschwerden auf.

Die vier zentralen Studien zu den Leberwerten

Die Studien zeigen ein einheitliches Muster: Je höher die Dosis, desto häufiger steigen die Leberwerte. Vier Untersuchungen bilden den Kern der Datenlage.

StudieTeilnehmerDosisDauerBefund zu Leberwerten
Zulassungsstudien Epidyolex (EMA)Epilepsie-Patienten, viele mit Begleitmedikation10 bis 25 mg/kg pro Tag14 Wochen12 % über dem 3-fachen Normwert, Placebo unter 1 %
Watkins 202116 gesunde Erwachsene1500 mg pro Tagca. 3,5 Wochen44 % über dem Normwert, 31 % über dem 5-fachen
Florian 2025201 gesunde Erwachsene5 mg/kg pro Tag (ca. 350 mg)28 Tage5,6 % über dem 3-fachen Normwert, Placebo 0 %
Crippa 2021 (ausgewertet von der EFSA)120 gesunde Berufstätige300 mg pro Tag4 Wochen6,8 % über dem 3-fachen Normwert

Zwei Befunde verdienen ein genaueres Hinsehen. In einer randomisierten, placebokontrollierten Studie mit 201 gesunden Erwachsenen stiegen die Leberenzyme bei 5,6 Prozent der CBD-Gruppe über das Dreifache des Normwerts, in der Placebo-Gruppe bei niemandem. Diese Studie aus dem Jahr 2025 ist besonders aufschlussreich, weil ihre Dosis näher an Konsumentenmengen liegt als frühere Untersuchungen.

Die zweite zentrale Studie testete eine sehr hohe Menge. In einer offenen Phase-1-Studie nahmen 16 gesunde Erwachsene rund dreieinhalb Wochen täglich 1500 Milligramm CBD ein. Dabei überstieg der ALT-Wert bei 44 Prozent den Normbereich und bei 31 Prozent das Fünffache.

Auffällig an dieser Studie: Die Höhe des Anstiegs ließ sich nicht aus der CBD-Menge im Blut vorhersagen. Nach strengeren internationalen Referenzwerten läge der Anteil der Anstiege sogar noch höher. Die Empfindlichkeit ist offenbar sehr unterschiedlich von Mensch zu Mensch.

Das Muster bestätigt auch eine systematische Übersicht von zwölf Studien. Eine systematische Übersicht von zwölf randomisierten Studien mit 745 Teilnehmern fand Leberwert-Anstiege bei 12,8 Prozent der CBD-Nutzer; schwerere Anstiege traten ausschließlich unter begleitender Epilepsie-Medikation auf (Quelle: Pharmaceutics, 2022).

Auch der Zeitpunkt folgt einem Muster. In den Studien begannen die Anstiege meist innerhalb von zwei bis vier Wochen nach Beginn. Die EMA berichtet aus der Praxis des Arzneimittels aber auch Einzelfälle bis zu 18 Monate nach Behandlungsbeginn, vor allem bei Patienten mit dem Medikament Valproat.

Infografik: Die vier zentralen Studien zu den Leberwerten — Vier Studien

Ist ein erhöhter Leberwert automatisch ein Leberschaden?

Ein erhöhter Leberwert ist ein Warnsignal, keine Diagnose. Genau hier entsteht die häufigste Verwechslung.

Achtung: Erhöhte Leberwerte sind nicht dasselbe wie ein Leberschaden. Der Unterschied: Bei einem echten Leberschaden steigt neben den Enzymen auch das Bilirubin, der Abbaustoff, der Haut und Augen gelb färbt. Erst das Zusammentreffen beider Befunde gilt in der Medizin als Zeichen einer ernsten Leberschädigung.

Die Leber-Ampel bringt das in drei Stufen.

  • Grün: ALT und AST liegen im Normbereich — kein Handlungsbedarf.
  • Gelb: ALT oder AST liegen über dem Normwert, Bilirubin bleibt normal — ein Arzt sollte den Befund einordnen.
  • Rot: ALT oder AST über dem 3-fachen Normwert plus Bilirubin über dem 2-fachen — nach den Abbruchregeln der EMA-Fachinformation wird das Arzneimittel hier beendet.

Die Entwicklung der Werte ist dabei lehrreich. Nach EMA-Angaben normalisierten sich die Werte in etwa zwei Dritteln der Fälle nach Absetzen von CBD oder nach Dosisanpassung. In etwa einem Drittel der Fälle sanken sie sogar bei fortgesetzter Einnahme.

Ein Anstieg ist also meist umkehrbar — wenn er bemerkt wird. Genau deshalb schreibt die Zulassung des Arzneimittels Blutkontrollen vor: vor Behandlungsbeginn sowie nach einem, drei und sechs Monaten. Dieses Schema gilt für das Medikament, nicht für frei verkäufliche Produkte. Es zeigt aber, wie ernst die Fachwelt die Früherkennung nimmt.

Für die eigene Praxis folgt daraus: Wer CBD regelmäßig einnimmt, kann die Kontrolle der Leberwerte mit dem Arzt besprechen. Der Test ist ein einfacher Blutwert und gehört zu jedem Routine-Check.

Risikogruppen: für wen die Leberfrage zentral ist

Für vier Gruppen ist die Leberfrage bei CBD kein Randthema, sondern der Kern der Vorsorge. Denn ein Anstieg der Werte macht meist keine Beschwerden — ohne Bluttest bleibt er unbemerkt.

  • Menschen mit Lebererkrankungen: Wer bereits erhöhte Werte hat, reagiert laut EMA häufiger mit weiteren Anstiegen; Startdosis und Kontrolle gehören dann in ärztliche Hände.
  • Menschen mit Medikamenteneinnahme: CBD wird über Leberenzyme abgebaut und kann den Abbau anderer Mittel bremsen, etwa von Blutverdünnern.
  • Schwangerschaft und Stillzeit: Hier fehlen ausreichende Daten; die EFSA kann die Sicherheit nicht bestätigen.
  • Kinder und Jugendliche: Für Menschen unter 25 Jahren kann die EFSA die Sicherheit derzeit nicht feststellen.

Für alle vier Gruppen gilt dieselbe Konsequenz: CBD gehört nicht ohne ärztliche Begleitung in den Alltag. Die Blutwerte dazu kann nur der Arzt anfordern und deuten.

Warum erhöht Valproat das Risiko bei CBD?

Die stärkste Wechselwirkung zeigte sich in den Zulassungsstudien beim Mittel Valproat, einem häufigen Epilepsie-Medikament. Von den Patienten mit Valproat entwickelten 19 Prozent stark erhöhte Leberwerte; bei gleichzeitiger Einnahme von Valproat und Clobazam waren es 23 Prozent. Ohne diese Medikamente lag der Anteil bei nur 3 Prozent (Quelle: EMA, Fachinformation).

Warum das so ist, ist nach EMA-Angaben noch nicht geklärt. Fest steht: CBD hemmt in Laborversuchen mehrere Leberenzyme. Über diese Enzyme baut der Körper viele verbreitete Medikamente ab.

Was diese Hemmung für einzelne Wirkstoffe bedeutet, erklärt die Seite Wechselwirkungen von CBD mit Medikamenten im Detail. Praktisch heißt das: Wer dauerhaft Medikamente nimmt, sollte eine CBD-Anwendung vorher mit Arzt oder Apotheker besprechen. Das gilt auch für rezeptfreie Mittel und Nahrungsergänzungen.

Frei verkäufliche CBD-Produkte: der Stand der Datenlage

Für frei verkäufliche CBD-Produkte gibt es keine eigene Langzeit-Zulassungsstudie. CBD gilt in der Europäischen Union als neuartiges Lebensmittel (Novel Food) ohne abgeschlossene Zulassung. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit beschreibt diesen Status in seinen Verbraucher-FAQ (Stand der Prüfung: Juli 2026).

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Datenlage zweimal bewertet. 2022 kam sie zu dem Schluss, dass sich die Sicherheit von CBD als Lebensmittel nicht feststellen lässt — unter anderem wegen der offenen Leberfrage. Aus den Studien lasse sich keine Dosis ableiten, bei der garantiert keine Wirkung auftritt.

2026 bestätigte sie diese Datenlücken und nannte erstmals einen vorläufigen sicheren Wert: 0,0275 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag. Das entspricht etwa 2 Milligramm täglich für einen 70-Kilogramm-Erwachsenen.

Zum Vergleich: Die Tagesmengen frei verkäuflicher Produkte liegen laut der amerikanischen Arzneimittel-Datenbank LiverTox meist zwischen 25 und 300 Milligramm (Quelle: LiverTox, NIH). Die Studien untersuchten dagegen ein Arzneimittel mit hohen Dosen; ihre Ergebnisse sind nicht 1:1 übertragbar auf solche Produkte. Was über den langfristigen Konsum kleiner Mengen bekannt ist — und was nicht —, zeigt die Seite CBD langfristig anwenden.

Wann sollten Sie einen Arzt oder Apotheker fragen?

Medizinischen Rat sollten Sie in vier Situationen suchen, bevor oder während Sie CBD einnehmen.

  • Sie haben eine Lebererkrankung oder früher schon einmal erhöhte Leberwerte gehabt.
  • Sie nehmen regelmäßig Medikamente ein, etwa Blutverdünner, Epilepsie-Mittel oder Antidepressiva.
  • Sie sind schwanger, stillen oder planen eine Schwangerschaft.
  • Sie bemerken mögliche Warnzeichen: dunkler Urin, gelbe Haut oder Augen, starke Müdigkeit, Übelkeit oder Druckschmerz im rechten Oberbauch.

Bei den Warnzeichen in der letzten Zeile gilt: Nehmen Sie kein weiteres CBD ein und lassen Sie die Leberwerte zeitnah ärztlich prüfen. Gelbfärbung von Haut oder Augen ist ein Fall für den Arzt am selben Tag.

Auch wer seine Blutwerte aus einem Routinecheck kennt, sollte deren Deutung nicht selbst übernehmen. Ein Wert außerhalb des Normbereichs kann viele Ursachen haben, von Sport bis zu anderen Medikamenten. Die Einordnung ist Arztsache.

Fazit: die Leber-Ampel in drei Farben

Die Datenlage zur Leber ist klarer, als viele erwarten. Dass CBD die Leberwerte erhöhen kann, ist durch Zulassungsstudien und Behördenbewertungen gut belegt. Dass daraus ein nachgewiesener Leberschaden entsteht, ist bislang nicht belegt.

Die Leber-Ampel fasst das zusammen: Grün heißt Normbereich, Gelb heißt ärztlich prüfen, Rot heißt absetzen und untersuchen. Wer zu einer Risikogruppe gehört oder Medikamente nimmt, startet gar nicht erst ohne ärztliche Begleitung. So bleibt aus einem Warnsignal ein beherrschbares Risiko.

Mehr zum Thema Verträglichkeit bietet die Themenseite CBD Sicherheit — etwa die Übersicht über die bekannten Nebenwirkungen von CBD. Wie der Körper CBD aufnimmt und abbaut, erklärt die Seite Wirkmechanismus von CBD. Alle Themen finden Sie auf der Startseite.

Wie ist dieser Artikel entstanden?

  • Autor: Die Redaktion von CBDWissen
  • Fachliche Prüfung: Die Redaktion von CBDWissen
  • Zuletzt geprüft: 26. Juli 2026
  • Quellen: siehe Quellenverzeichnis dieses Artikels

Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Fragen oder Beschwerden wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker. Die Inhalte von CBDWissen werden sorgfältig recherchiert und auf Basis wissenschaftlicher Quellen erstellt, erheben jedoch keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Aktualität.

Häufige Fragen

Quellen

  1. A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026
  2. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
  3. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
  4. B · Peer-reviewte StudieAbruf: 26. Juli 2026
  5. 5.Cannabidiol — LiverTox-Eintrag(öffnet in neuem Tab)LiverTox (National Institutes of Health, USA)
    A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026
Alle 8 Quellen anzeigen
  1. 6.Statement on safety of cannabidiol as a novel food: data gaps and uncertainties(öffnet in neuem Tab)EFSA Journal (Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit)
    C · FachinstitutAbruf: 26. Juli 2026
  2. 7.Provisional safe level for cannabidiol as a novel food(öffnet in neuem Tab)Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA)
    C · FachinstitutAbruf: 26. Juli 2026
  3. 8.FAQ Hanf, THC, Cannabidiol (CBD) & Co(öffnet in neuem Tab)Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL)
    A · Behörde / RechtAbruf: 26. Juli 2026

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Zuletzt geprüft:
26. Juli 2026

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